Bank oder Brunnen

Draußen auf unserer Wohnanlage sind in den Boden einbetonierte Brunnen gebaut, die leider nicht so funktionieren wie sie sollten. Kleine Springbrunnen entspringen nicht daraus, stattdessen steht das Wasser nach dem Regen immer zentimeterhoch in eingelassenen Fugen. Von mir werden sie deshalb immer als übergroßer Wassernapf umfunktioniert. Meine Hundeeltern haben noch eine ganz andere Art der Nutzung. Sie verwenden diese als festinstallierte Hundesportgeräte. Nach kleinen Gassi-Runden um das Haus kommen sie oft zu Einsatz. Der Befehl “hopp” ertönt, ich setze zum Sprung an. Wenn ich sicher gelandet bin, führe ich immer Gehorsamsbefehle nach Abruf aus wie “sitz”, “platz”, “bleib”, “Männchen” und “Pfötchen”.

Neulich habe ich meine Ziehmama überrascht und mich selbst auch. Wir zwei liefen in Richtung Sandkasten auf der Wohnanlage und der Befehl “hopp” ertönte. ich fand mich auf eine Bank wieder, auf einer fürchterlich wackeligen Parkbank. Bei diesen Vorrichtungen bin ich immer etwas ängstlich, mein Gleichgewicht zu verlieren oder mit einer Pfote durch die Plankenlücken zu rutschen. Das ist mir nämlich schon mal passiert und ich musste von meinen Eltern “gerettet” werden. Ich hatte jedenfalls bis jetzt immer einen Anflug von Panik verspürt, wenn ich auf eine Parkbank springen sollte. ich stemmte mich immer, ohne Ausnahme in die Leine und streikte.

Aber jetzt wo ich ja neulich ohne mir wirklich bewußt darüber zu sein auf eine Parkbank gesprungen bin, ist es jetzt vielleicht gar nicht mehr so schlimm.

Kampf der Scheu gegen wackelige Sitzvorrichtungen für die menschlichen Zweibeiner!

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